Schlachthof

Mit Erlwein-Quartier in die Zukunft

Fraktion Grünes Bamberg präsentiert Vision für Gelände des Schlachthofs zum 150. Geburtstag des Erbauers

Der Bamberger Schlachthof steht aktuell zur Diskussion. Diese Diskussion kennt bisher nur Polaritäten: Die einen wollen die Schließung, die anderen den Erhalt – koste es, was es wolle. Nach Meinung der Stadtratsfraktion Grünes Bamberg fehlt in dieser bisherigen Diskussion jedoch insbesondere ein Aspekt: Welches Potenzial bietet das Areal für eine anderweitige Nutzung? Die Grünen beantworten diese Frage mit dem „Erlwein-Quartier“.

Ulrike Sänger, Fraktionsvorsitzende und selbst Aufsichtsrätin der Bamberger Schlachthof GmbH äußert sich zu den Gründen einer möglichen Schließung: „Der Bamberger Schlachthof ist schon jetzt abhängig von zwei industriellen Großunternehmen und in einer wirtschaftlichen Schieflage. Die Diskussion um Schließung oder Erhalt mag polarisieren, aber sie ist notwendig.“

Wichtig ist den Bamberger Grünen dabei, dass aus Mythen keine Glaubensgrundsätze werden. Aus diesem Grund haben sie sich mit den verschiedenen, im Raum stehenden Fragestellungen in Form von FAQs (häufig gestellte Fragen) auseinandergesetzt. „Egal ob es um das Thema Arbeitsplätze geht, um die angebliche Regionalität oder um die zweifelhafte Wechselwirkung zwischen lokaler Fleischversorgung und dem Schlachthof – wir wollen das Thema ehrlich und kritisch aus jedem Blickwinkel betrachten“, so Andreas Eichenseher.

In jener Gesamtbetrachtung kommen die Grünen zum Schluss, dass das Areal große Chancen bietet. „Das Erlwein-Quartier könnte für mehrere hundert Menschen Wohnraum bieten, kulturelle Nutzungen sind denkbar, nicht störendes Gewerbe oder Dienstleistungen schaffen neue Arbeitsplätze und auch Handwerksbetriebe könnten eine neue Heimat finden“, erläutert Fraktionsvorsitzender Christian Hader die grüne Vision.

Die Namensgebung ist dabei kein Zufall: Der ehemalige Bamberger Stadtbaurat Hans Erlwein, dessen Geburtstag sich vor wenigen Tagen zum 150. Mal gejährt hat, findet als Erbauer der stadtbildprägenden und denkmalgeschützten Gebäude Luitpoldschule, VHS (ehem. E-Werk), Stadtarchiv (ehem. Krankenhaus) und eben Schlachthof mit dem nach ihm benannten Quartier das erste Mal eine namentliche Würdigung in Bamberg.

Wichtig ist den Grünen, dass es sich beim Erlwein-Quartier nicht um ein fertiges Konzept handelt, sondern um ein Mitmachprojekt. „Die besten Ideen zur Stadtentwicklung kommen nicht selten aus der Zivilgesellschaft. Darauf setzen wir und laden alle Menschen ein, sich auf www.erlwein-quartier.de ein Bild zu machen und sich zu beteiligen. Hier kann etwas richtig Gutes entstehen“, so Sänger, Eichenseher und Hader abschließend.

ch

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