Leben im Alter

Alt-Werden im SmartHome

Folgen des demographischen Wandels wie ein Tsunami: Grünes Bamberg und MdB Lisa Badum informieren sich über Lösungen

Obwohl es unvermeidbar ist: Über das Altwerden denken die meisten Menschen erst nach, wenn es eigentlich schon fast zu spät ist. Die demographischen Entwicklungen jedoch belegen, dass dringend Lösungen benötigt werden. „Wir können nicht alle Fürsorge institutionalisieren, dafür haben wir gar nicht genug Leute“, so Barbara Poneleit, die dritte Landrätin aus Forchheim, die der Einladung von Grünes Bamberg und Anton Zahneisen gefolgt war.

Denn sie haben das Problem erkannt und deshalb zu einem Informationsnachmittag in Bambergs erstem SmartHome geladen, bei dem auch Bundestagsabgeordnete Lisa Badum zu Gast war. „Wir dürfen nicht die Interessen der Generationen gegeneinander ausspielen, sondern müssen ein solidarisches Miteinander schaffen und Lösungen finden, die das befördern, ähnlich wie in der Klimakrise“, stellen die Grünen Abgeordnete Badum ebenso wie Wolfgang Schenker von Grünes Bamberg fest, der das Treffen initiierte.

Das gesamte Haus – finanziert von der Joseph Stiftung, gemietet und betreut von Anton Zahneisen – ist über ein Tablet steuerbar und ist gefüllt mit smarter Technik: Ein Kontrolldisplay am Eingang, Sensor im Bad zum Erkennen von überlaufendem Wasser und die automatische Emailbenachrichtigung von Bezugspersonen in kritischen Situationen sind nur wenige Beispiele des technischen Schnickschnackes des Hauses, die den Bewohnern vor allem eines ermöglichen sollen: die Freiheit, bei zugleich maximal möglicher Sicherheit, im eigenen Zuhause den Lebensabend verbringen zu können.

„Es geht nicht darum, durch Technik das soziale Netz zu ersetzen, sondern es so einzusetzen, dass es dieses ergänzt“, erläutert Anton Zahneisen der Gruppe, der aus Erfahrung weiß, dass die Technik von den Betroffenen akzeptiert wird, solange sie eben sicher sein können, dass sie dennoch auf ihre sozialen Kontakte aus Familie und Nachbarschaft zählen können. Die Kosten der technischen Ausstattung seien weniger das Problem, auch nicht der Mangel an Beratungsstellen und Kostenträgern. „Es fehlt die Vernetzung. Wir bräuchten etwa eine geförderte Stelle eines Pflegeberatungsmanagement“, so Zahneisen weiter. „Wir müssen nach Maßstäben der Bedürfnisse beurteilen, nicht nach Effizienz. Eine Beratung ist deshalb so individuell wie der oder die Betroffene selbst und dauert bei uns 20 bis 30 Stunden. Das alles ist natürlich alles andere als marktwirtschaftlich interessant.“

Lisa Badum resümiert: „Wir brauchen bessere Vernetzung, müssen die Quartiersförderungskonzepte besser verzahnen und so Synergien schaffen.“ Die Abgeordnete nimmt die vielen Anregungen mit und verspricht sich gemeinsam mit Grünes Bamberg für politische Lösungen einzusetzen.

Lena Knauer
Fotos: Lena Knauer / privat

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