Wo sollen künftig neue Wohnungen entstehen, wenn die Warner Barracks nicht mehr für den Wohnungsbau zur Verfügung stehen? Diese Frage stellt die Stadtratsfraktion Grünes Bamberg in einer Anfrage an Oberbürgermeister Sebastian Niedermaier.
Bisher war das Ziel der Stadt klar: Auf den Konversionsflächen sollten dringend benötigte Wohnungen entstehen. Auch der sogenannte Schirmer-Plan für die Bundespolizei baut darauf auf. Durch eine kompaktere Bebauung sollten Flächen frei werden – und genau dort sollte neuer Wohnraum für die Bamberger Bevölkerung entstehen.
Sollte sich nun jedoch die Bundeswehr auf dem Gelände ansiedeln, würde dieses Konzept nicht mehr aufgehen. „Die Stadt hat ihren Wohnraumbedarf im jüngsten Entwurf des Flächennutzungsplans (FNP) hauptsächlich auf dem Konversionsgelände abgebildet. Bereits in der vergangenen Stadtratsperiode hat meine Fraktion ihre Ablehnung des FNP damit erklärt, dass dies ein Wagnis ist. Das bestätigt sich jetzt möglicherweise“, sagt Fraktionsvorsitzender Christian Hader.
Die grüne Stadtratsfraktion fragt deshalb nach Alternativen. „Wenn die Flächen des Konversionsgeländes nun wegfallen, sollte die Verwaltung erklären, wo stattdessen Wohnraum – gerade günstiger Wohnraum – geschaffen werden soll“, sagt der wohnungspolitische Sprecher der Grünen, Elias Leikeb.
Auch die baupolitische Sprecherin Rebecca Haas sieht erheblichen Klärungsbedarf: „Bamberg verfügt nur über wenige größere Entwicklungsflächen. Wenn die Warner Barracks nicht mehr für Wohnungen zur Verfügung stehen, brauchen wir Antworten darauf, welche Alternativen die Stadt sieht. Neue Flächen bedeuten häufig zusätzliche Versiegelung und Eingriffe – das kann man nicht einfach ausblenden.“ Hader, Leikeb und Haas bringen deshalb erneut das Erlwein-Quartier auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofs ins Spiel und halten am Ziel der dortigen Entwicklung eines gemischten Quartiers fest.
Sie verweisen dabei auch darauf, dass bei einer Bundeswehransiedlung voraussichtlich zusätzlicher Wohnraumbedarf für Soldatinnen und Soldaten sowie zivile Beschäftigte und ihre Familien entstünde. Das könnte den ohnehin angespannten Wohnungsmarkt weiter belasten.
Für die Fraktion Grünes Bamberg geht es deshalb um mehr als um eine Grundsatzdebatte über die Bundeswehr, sondern um eine transparente Abwägung der Folgen für Bamberg. „Wenn sich die Planungen für den Wohnraumbedarf ändern, müssen sich die Maßnahmen zur Schaffung von Wohnraum dem anpassen“, fordern die drei Grünen Stadtratsmitglieder.
