Nach langem Konflikt und grünem Protest wurden B-Plan-Auflagen nun erfüllt
Es hat mehrere Jahre gedauert, aber endlich hat das Bauprojekt Memmelsdorfer Straße 89-93 seine Bäume bekommen. Auf dem Anwesen neben dem alten Gasthof Drei Linden, quer gegenüber der Mälzerei Weyermann, hatte ein Bauinvestor Anfang der 2020er Jahre Mehrfamilienhäuser gebaut. Im Bebauungsplan wurde auch eine Bepflanzung mit mehreren Bäumen festgelegt, doch diese nahm der Investor einfach nicht vor. Stattdessen beherrschte über Jahre eine versiegelte Steinwüste mit Parkplätzen und Müllcontainern das Straßenbild. „Nicht nur hässlich, sondern auch völlig unangemessen in einer Stadt, die dem Klimawandel mit Hitze und Starkregen trotzen muss“, sagt Grünen-Fraktionsvorsitzender Christian Hader.
Sein früherer Kollege aus der Grünen Stadtratsfraktion, Markus Schäfer, hatte deshalb seit 2022 immer wieder hartnäckig nachgefragt, wann die fehlenden Bäume endlich gepflanzt werden. Auch die Stadtverwaltung war aktiv. Doch der Investor sträubte sich lange und die Eigentumsübertragung des bebauten Anwesens verzögerte die Sache zusätzlich. Im Sommer 2024 veranstalteten die Grünen sogar eine Protestaktion vor Ort, um den Missstand in die Öffentlichkeit zu bringen.
Dass nun endlich Bäume Wurzeln schlagen, wertet Hader nicht nur als Erfolg grüner Beharrlichkeit. Er lobt auch die Konsequenz im Rathaus, die aus seiner Sicht dringend notwendig ist. „Der aufwändige und teils umstrittene Bau des Tiefensammlers Ost soll den Bamberger Osten vor Überschwemmungen schützen, braucht aber Begleitmaßnahmen nach dem Schwammstadt-Prinzip, wie zum Beispiel viel Stadtgrün und Entsiegelung“, stellt er fest. Deshalb sei es völlig richtig gewesen, dass die Stadtverwaltung es nicht habe durchgehen lassen, dass man sich bei einem einzelnen Bauprojekt um rechtlich festgelegte Verpflichtungen herummogelt. „Die Stadt muss ab jetzt überall akribisch darauf achten, auch bei sich selbst, dass Bauen möglichst klimaschonend und klimaangepasst umgesetzt wird.“
