Klimaschutz und Klimaanpassung

Auf den menschengemachten Klimawandel zu reagieren und Maßnahmen zum Klimaschutz auszubauen ist eine Querschnittsaufgabe. Die menschengemachte Erderhitzung ist nicht mehr aufzuhalten, aber wir müssen sie eindämmen und uns an die Folgen anpassen. Von Maßnahmen der Klimaanpassung profitieren alle Menschen in unserer Stadt. Bamberg muss hitzeresistenter, grüner und kühler werden. Die Umsetzung des sogenannten Schwammstadt-Prinzips beugt Überflutungen vor und hält Wasser in unserer Stadt.

Der menschengemachte Klimawandel ist die größte globale Herausforderung unserer Zeit. Die Bundesrepublik Deutschland hat sich gemeinsam mit 198 weiteren Staaten mit dem Pariser Klimaabkommen verpflichtet, die Erderhitzung auf deutlich unter zwei Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Wir setzen uns dafür ein, dass Bamberg in Übereinstimmung mit dem Übereinkommen von Paris seinen Beitrag dazu leistet, unsere Lebensgrundlagen zu erhalten. Die Stadt hat sich zusammen mit dem Landkreis in der Klima-Allianz zur CO2-Einsparung verpflichtet. Die im Klimaanpassungskonzept gesetzten Ziele müssen konsequent verfolgt und umgesetzt werden.

Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung sind Querschnittsaufgaben, die sich durch alle kommunalpolitischen Bereiche ziehen und finden sich entsprechend an verschiedenen Stellen in diesem Wahlprogramm. Bei allen Entscheidungen, die im Stadtrat und in der Stadtverwaltung getroffen werden, muss eine Stellungnahme vorliegen, wie sich diese auf die Erreichung der Klimaschutzziele auswirken.

Wir haben hat es als Menschheit bisher nicht geschafft, den menschengemachten Klimawandel aufzuhalten. Schon heute müssen wir also mit den Folgen leben, die uns auch hier in Oberfranken unmittelbar betreffen: Wassermangel und längere Trockenheitsperioden, dazu Starkregenereignisse, eine deutliche Zunahme an heißen Tagen über 30°C und insgesamt höhere Durchschnittstemperaturen. Um uns und die uns umgebende Natur zu schützen, müssen wir unsere Stadt entsprechend anpassen. Hierzu wollen wir das Klimaanpassungsmanagement in der Stadtverwaltung personell und finanziell stärken. (siehe dazu Kapitel Stadtentwicklung)

Extremwetterereignisse bergen jeweils eigene Gefahren, die spezifische Anpassungsmaßnahmen erfordern.

Deine Idee: Entsiegelungsstrategie für die Stadt

Ein wichtiger Hebel ist die Flächenentsiegelung. Versiegelte Flächen, etwa asphaltierte Straßen und gepflasterte oder betonierte Flächen, sorgen dafür, dass sich die Stadt an heißen Tagen merklich schneller, deutlicher und langanhaltender aufheizt. Außerdem können solche Flächen kein Regenwasser
aufnehmen. Das führt wiederum dazu, dass bei Starkregen große Mengen an Wasser zusammenfließen, Straßen in Bäche verwandeln und für Überflutungen sorgen.

Deine Idee: Heller Asphalt im Straßenbau

Deine Idee: Entsiegelung von Industrie-Brachflächen

Nicht versiegelte, wasserdurchlässige und begrünte Flächen tragen nicht zur Überhitzung bei, können Wasser zurückhalten und die Stadt sogar kühlen. Wir wollen unsere öffentlichen Flächen entsprechend umbauen. Jede Erneuerung von Straßen oder Plätzen bietet die Chance dazu, die wir nutzen wollen. (siehe dazu Kapitel Stadtentwicklung)

Deine Idee: Begrünung der Promenade

Die Stadt Bamberg hat verhältnismäßig wenig Fläche. Gerade deshalb müssen wir besonders behutsam mit ihr umgehen. Neubauten sollten in erster Linie auf schon versiegelten Flächen entstehen. Neuversiegelung muss zwingend mit einer Entsiegelung an anderer Stelle oder Dach- und Fassadenbegrünung ausgeglichen werden. Flächen sollten vorrangig für Gebäude versiegelt werden. Freiflächen wie Plätze, Höfe oder Parkplätze, müssen versickerungsfähig (um-)gestaltet werden. Das Schwammstadtprinzip muss bei jeder Fläche, die neu angelegt oder umgebaut wird, angewandt werden. Regenwasser soll grundsätzlich auf dem eigenen Grundstück versickert werden, auch im Bestand.

Zudem ist eine Entsiegelung von bestehenden Flächen wie Parkplätzen, nicht mehr genutzten Gebäuden und anderen versiegelten Plätzen (z. B. Pausenhöfe, oder Plätze bei Firmen und öffentlichen Gebäuden) weiterhin zu prüfen und voranzutreiben.

Die großen, unbebauten Grünflächen im Stadtgebiet wie der Hain, der Hauptsmoorwald oder der Bruderwald, sollen auf ihre Versickerungsfähigkeit und Kapazität zur Aufnahme von Starkregen überprüft werden.

Deine Idee: Begrünung des Maxplatzes

Neben der Entsiegelung ist die Begrünung eine der wichtigsten Maßnahmen der Klimaanpassung. Jede Grünfläche macht unsere Stadt kühler, und jeder Baum sorgt für Schatten. Wir wollen unsere öffentlichen Grünflächen naturnah, trockenheitsresistent und klimaangepasst umgestalten. Wo möglich, sollen Bäume
gepflanzt, Baumscheiben begrünt und neue Beete gestaltet werden. Entsprechende Maßnahmen, wie Rigolen als Auffangsysteme für Regenwasser und andere Systeme im Boden helfen dabei, Wasser für die Bäume und Grünflächen zu speichern. Wo das Pflanzen von Bäumen oder Anlegen von Grünflächen nicht möglich ist, etwa weil die Straßen zu eng sind, soll Fassaden- und Dachbegrünung zum Einsatz kommen.
Solche wirksamen Maßnahmen an privaten Gebäuden wollen wir weiterhin fördern. (siehe dazu Kapitel Wohnen)

Deine Idee: Bezuschussung von Entsiegelung privater Grundstücke

Deine Idee: Bäume in der Nähe hitzeempfindlicher Fassaden

Wir wollen, dass die Stadt Bamberg bei ihren eigenen Gebäuden und Flächen mit gutem Beispiel voran geht und diese, wo es sinnvoll erscheint, begrünt. Fördermittel vom Bund und Land sind zu diesem Zweck auszuschöpfen. Die Abteilung Grünanlagen in der Stadtverwaltung wollen wir in die Lage versetzen, die zusätzlichen Anforderungen durch den Klimawandel bewältigen zu können.

Deine Idee: Begrünung des Rathauses

Deine Idee: Nebel-Befeuchter an Hitze-Hotspots

Deine Idee: Hitze-Schutz-Konzept

Bamberg braucht einen Hitzeschutzplan, der auf Basis des Hitzewarnsystems des Deutschen Wetterdienstes Maßnahmen aktiviert. Daran beteiligt werden müssen zahlreiche Instanzen, etwa die Rathausbehörden, das Gesundheitsamt, die Feuerwehr, der Rettungsdienst, Krankenhäuser, medizinisches Fachpersonal, Pflegeeinrichtungen, Schulen, Kindergärten, Sozialdienste und Stadtteilzentren. Ein mehrstufiger Maßnahmenkatalog sieht zielgruppenspezifisch vor, wie diese Stellen zu agieren haben. Es werden fortlaufend Informationen und Empfehlungen an die Bevölkerung und die beteiligten Instanzen gegeben. Die Handlungsempfehlungen betreffen etwa das Anpassen von Trinkverhalten, Ernährung, Kleidung, Medikamenten und Freizeitaktivitäten oder Aufenthalte an schattigen und kühlen Orten. Kühle Räume, wie etwa Kirchen, müssen besonders an heißen Tagen öffentlich zugänglich sein. Die Web-Karte der Stadt Bamberg mit den Standorten der Trinkwasserbrunnen soll mit der Eintragung kühler öffentlicher Orte, Grünflächen und den Standorten von Defibrillatoren ergänzt werden. (siehe
dazu Kapitel Digitalisierung und Datenschutz)

Deine Idee: Schatten-Segel

Deine Idee: Sonnenschutz an Bushaltestellen


Deine Idee: Beschattung von Spielplätzen

Straßen, die hauptsächlich zu Fuß genutzt werden sowie öffentliche Aufenthaltsräume sollen im Sommer verschattet werden. Wir wollen gemeinsam mit den Menschen in Bamberg verschiedene temporäre Lösungen, wie Sonnensegel, Schirme oder Kletterpflanzen finden, testen und etablieren.

Die bestehenden Trinkwasserbrunnen in unserer Stadt sollen durch weitere ergänzt werden, sodass im ganzen Stadtgebiet die Versorgung außerhalb der eigenen Wohnung sichergestellt ist.

Deine Idee: Weitere Trinkwasser- Brunnen

Wasser in der Stadt sorgt nicht nur für Abkühlung, sondern erhöht auch die Lebensqualität. Die Reaktivierung unserer Brunnen wollen wir weiter fortführen. Zusätzlich sollen neue Wasserflächen entstehen, etwa Bodenfontänen, künstliche Wasserläufe oder Nebelduschen, die an heißen Tagen zum Einsatz kommen.

Deine Idee: Begehbare Brunnenanlage am Maxplatz

Deine Idee: Funktionierende Springbrunnen

Die Flüsse, die unsere Stadt durchziehen, wollen wir besser zugänglich machen. Insbesondere an der Regnitz zwischen Oberer Brücke und Konzerthalle soll der Zugang zum Fluss erleichtert werden.
Wir setzen uns auch weiterhin für die Aufhebung des Badeverbotes nahe der Konzerthalle ein.

Deine Idee: Flussterrassen