Feminismus und Queer

Eine resiliente, wirklich demokratische, ökonomisch stabile Gesellschaft ist nur auf der Basis gelebter Geschlechtergerechtigkeit und Vielfalt denkbar. Bamberg ist eine lebendige, vielfältige, offene und bunte Stadt und soll es auch weiterhin bleiben. Dafür setzen wir uns als feministische und queere Partei ein.
Angesichts hunderter, jährlicher Straftaten in Bayern gegen Frauen bzw. FINTA* und queere Menschen ist uns ihr Schutz besonders wichtig.

Wir setzen uns nachdrücklich dafür ein, dass der Haushalt der Stadt deutlich mehr Mittel für die Belange von Frauen, FINTA* sowie queeren Personen bereitstellt.

Deine Idee: Kostenlose Menstruationsprodukte in kommunalen Einrichtungen

Im Stadtrat und sämtlichen Entscheidungs- und Beratungsgremien der Stadt soll eine Mindestquotierung angestrebt werden. Das heißt mindestens 50 Prozent der Plätze sollen mit Frauen und FINTA*-Personen besetzt werden.

Wir setzen uns dafür ein, dass mehr Frauen und FINTA*-Personen in Führungspositionen in der Stadtverwaltung, kommunalen Einrichtungen, Unternehmen und Stiftungen kommen. Darum ermutigen wir Frauen, Inter- und Trans-Personen, sich zu bewerben, und wollen durch geeignete Maßnahmen sicherstellen, dass bei Auswahlverfahren keinerlei Form von Diskriminierung stattfindet.

Wir wollen sicherstellen, dass der Grundsatz Equal Pay in der Stadtverwaltung, in kommunalen Einrichtungen, in Unternehmen und Stiftungen umgesetzt wird. Das bedeutet: gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Wir schaffen in der Stadtverwaltung eine Anlaufstelle für Beschwerden in diesem Zusammenhang. Bei der Vergabe von Aufgaben, Projekten und Anderweitigem an Dritte soll auf den Grundsatz Equal Pay
geachtet werden sowie Diversitäts- und Gleichstellungsprogramme eingefordert werden.

Elternzeit und Care-Arbeit werden überwiegend von Frauen übernommen – das wollen wir ändern. In der Stadtverwaltung und in städtischen Unternehmen darf Elternzeit kein Nachteil für die Karriere sein, weder für Frauen und FINTA*-Personen noch für Männer. Wer Elternzeit nimmt, muss weiterhin für Weiterbildungen und Führungspositionen berücksichtigt werden. Zudem setzen wir uns dafür ein, dass Leitungsaufgaben auch in Teilzeit möglich sind.

Wir wollen erreichen, dass im Rathaus ein Raum eingerichtet wird, in dem Frauen während der Öffnungszeiten in Ruhe und ungestört ihr Kind stillen können. Bestehende Wickelmöglichkeiten müssen geschlechtergerecht nachgerüstet werden.

Zudem setzen wir uns dafür ein, dass im Rathaus Beratungstage zu frauenspezifischen Themen, wie Gewaltprävention oder beruflicher Wiedereinstieg angeboten werden, auch in Kooperation mit lokalen Initiativen und Beratungsstellen.

Wir möchten, dass sich auch abseits der Hauptstraßen und in den Gassen der Altstadt alle nachts sicher bewegen können und Angsträume konsequent beseitigt werden. Daher setzen wir uns dafür ein, dass in Kooperation mit externen Partnern ein Heimweg-Telefon etabliert wird. Zusätzlich wollen wir gemeinsam mit Bürgervereinen und Gewerbetreibenden für die Abendstunden „Sicherheitsinseln“ mit Notrufmöglichkeiten einrichten. Zusätzlich möchten wir ein nächtliches Frauentaxi als Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr prüfen. Zusätzlich möchten wir die Beleuchtungssituation auf öffentlichen Wegen verbessern. Mehr dazu findet sich im Kapitel Sicherheit.

Wir setzen uns dafür ein, dass das Frauenhaus Bamberg und der Notruf für sexualisierte Gewalt mehr finanzielle und personelle Unterstützung bekommen. Es darf nicht passieren, dass betroffene Frauen und Kinder wegen fehlender Kapazitäten abgewiesen werden oder Opfer sexualisierter Gewalt nicht die
notwendige Hilfe erhalten.

Deine Idee: Mehr finanzielle Unterstützung für Frauenhäuser

Wir wollen in allen kommunalen medizinischen Einrichtungen sicherstellen, dass Frauen bei der Geburt weder Diskriminierung noch physischer oder psychischer Gewalt ausgesetzt sind. Medizinische Eingriffe wie ein Kaiserschnitt dürfen ausschließlich aus fachlichen Gründen erfolgen. Darum wollen wir ein neutrales Beratungsangebot als festen Teil der medizinischen Versorgung verankern.

Frauen mit Fluchterfahrung benötigen während der Schwangerschaft und in den ersten Wochen danach besondere Beratung und Hilfe, die ihre Lebensumstände berücksichtigt. Wir wollen, dass die Stadt solche Angebote gezielt durch finanzielle Zuschüsse fördert.

Menschen in der Prostitution brauchen Zugang zu spezialisierten, akzeptierenden Beratungsangeboten, da ihre Lebenssituation in Bezug auf Gewalt, Gesundheit und Schwangerschaft besondere Herausforderungen mit sich bringt. Wir setzen uns dafür ein, dass die Stadt eine solche Beratung vermitteln kann.

Wir wollen sicherstellen, dass medizinische und pflegerische Ausbildung und Fortbildung in kommunalen Einrichtungen geschlechtersensibel erfolgt. Auch Männer brauchen mehr Unterstützung bei psychischen Problemen. Viele von ihnen stehen unter gesellschaftlichem Druck bestimmten Rollenbildern zu entsprechen. Diese Erwartungen können belasten und krank machen. Deshalb soll es in Bamberg gezielte Hilfsangebote geben, damit Männer die Unterstützung bekommen, die sie für ein gesundes und erfülltes Leben brauchen.

Wir möchten eine gendersensible Verkehrsplanung mit kurzen, barrierefreien Wegen. Bushaltestellen sollen ausreichend überdacht und mit Sitz- und Anlehnbügeln ausgestattet werden. Zusätzlich wollen wir Pop-up-Ruhezonen erproben.

Langfristig wollen wir durch gender- und diversitätssensible Datenerhebungen weitere Probleme erkennen und lösen. Dafür setzen wir auch auf die Beteiligung aller Menschen in Bamberg, in dem diese unsichere Orte direkt über die Bamberg-App melden können.

Geschlechtergerechtigkeit soll in Bamberg nicht nur an besonderen Tagen im Mittelpunkt stehen, sondern Teil des städtischen Alltags sein. Wir wollen, dass die Stadt in Veranstaltungsreihen zu Themen wie Quartiersentwicklung oder öffentlichem Leben Fragen der Gleichberechtigung stets mitdenkt. Dabei sollen die Menschen ausdrücklich zum Mitreden eingeladen und Anregungen aus der Zivilgesellschaft aufgegriffen werden. Offene Gespräche über Geschlechterrollen sollen dabei alle einbeziehenund auch Männern neue Perspektiven und Entlastung bieten.

Damit alle Menschen friedlich und unbeschwert an Veranstaltungen teilnehmen können, wollen wir bestehende Schutzkonzepte verbessern. Dazu gehören etwa der konsequente Einsatz von Awareness-Teams und das Angebot von Sicheren Räumen (Safe Space) während städtischer Veranstaltungen. Mehr dazu findet sich im Kapitel Sicherheit.

Deine Idee: Erarbeitung eines Schutzkonzeptes für queere Menschen

Wir wollen Kinder und Jugendliche von Anfang an in ihrer Identitätsfindung
unterstützen. Dafür braucht es sichere Räume, die die Stadt bereitstellt und
pflegt. So können junge Menschen Vernetzungsangebote nutzen und gestärkt
aufwachsen. Auch Schulen sollen wirksam darin unterstützt werden, queere
Heranwachsende auf ihrem Weg zu begleiten.

Wir wollen die Vereine und Organisationen, die das queere Leben in Bamberg bereichern, weiterhin finanziell und personell unterstützen. Gleichzeitig setzen wir uns dafür ein, dass neue Initiativen und Angebote entstehen können.

Wir setzen uns ein für eine gender- und queer-sensible Beratungs-Sprechstunden ein, etwa mit Blick auf Angebote der Gesundheitsberatung oder als Anlaufpunkt für queere Menschen, insbesondere mit Fluchterfahrung. Für eine optimale Versorgung für den Raum Bamberg sollen auch die Mitarbeitenden der Stadt Bamberg entsprechend sensibilisiert und geschult werden.

Deine Idee: Queer-Beauftragte

Bamberg ist nicht nur am CSD oder am IDAHOBIT (Internationaler Tag gegen Homo-, Bi- und Transphobie) queer – sondern immer! Pride-Paraden und punktuelle Aktionen sind ein wichtiges, starkes und buntes Zeichen für Toleranz und Gleichberechtigung. Darum setzen wir uns dafür ein, dass diese seitens der Stadt
noch stärker unterstützt werden. Wir unterstützen, dass thematische Aktionstage ins Leben gerufen werden, etwa anlässlich des Welt-Aids-Tags am ersten Dezember.

Deine Idee: Dauerhaftes Hissen der Regenbogen-Fahne am Maxplatz

Bamberg ist queerer als eine einzelne Regenbogenflagge am Rathaus. Unsere Zeichen sind genauso vielfältig und divers wie wir selbst. Diese Vielfalt möchten wir öffentlichkeitswirksam auch in die Stadt tragen – von Zebrastreifen und Sitzgelgenheiten in Regenbogenfarben über queere Ampel-Figuren oder auch Zeichen der Erinnerungskultur an die Geschichte der queeren Stadt Bamberg.

Deine Idee: Queere Sichtbarkeit, z. B. an Ampeln, Zebrastreifen, Bänken, auch im Budget