Natur- und Umweltschutz

Wir übernehmen Verantwortung für die Zukunft unserer Stadt. Das bedeutet, dass wir die Umwelt vor Ort und die Gesundheit aller Menschen, die hier leben und sich aufhalten, schützen. Umwelt-, Natur- und Gesundheitsschutz sind untrennbar miteinander verbunden. Die Qualität unserer Luft, unseres Wassers, unserer Böden und unserer Grünflächen hat direkte Auswirkungen auf das Wohlergehen aller Menschen in Stadt und Landkreis Bamberg. Wir setzen uns dafür ein, dass Umweltbelange systematisch in kommunale Entscheidungen einfließen. Dies dient als Grundlage für eine nachhaltige Stadtentwicklung, die sowohl die Natur und Umwelt als auch die Gesundheit der Menschen schützt.

Umweltschutz heißt zugleich Gesundheitsschutz. Jeder Schritt zur Reduktion von Schadstoffen, zur Erhaltung und Verbesserung von Grünflächen oder zur Minimierung von Umweltbelastungen trägt direkt zu einer höheren Lebensqualität in Bamberg bei. Wir gestalten unsere Stadt so, dass sie zukunftsfähig wird und gegen Klima- wie auch Umweltveränderungen gewappnet ist. Dieses Ziel verfolgen
wir zugunsten heutiger und künftiger Generationen.

Naturnahe Grünflächen und Stadtbäume sind für unser aller Wohlbefinden, für das Stadtklima, gerade angesichts der stark zunehmenden Hitzetage, den Naturhaushalt und für die Artenvielfalt von zentraler Bedeutung.

Wir wollen die vorhandenen Grünflächen in der Stadt erhalten und nach Möglichkeit weitere schaffen. Dies gilt auch für Frischluftgebiete und Frischluftschneisen. Grünzüge oder Frischluftschneisen sollen in der Stadtplanung einen hohen Rang haben, sodass sie nicht durch zukünftige Bebauung unterbrochen werden.

Das städtische Förderprogramm für Dach- und Fassadenbegrünung soll fortgesetzt und deutlich aufgestockt werden. Die Stadt soll hier mit gutem Beispiel vorangehen und die Dächer und Fassaden städtischer Gebäude nach Möglichkeit begrünen. Das verbessert das Mikroklima in der Stadt sowie die Luftqualität in den Straßen und erhöht die Aufenthaltsqualität im Allgemeinen. Zudem werden Lebensräume für Pflanzen und Tiere geschaffen. Ebenso wird Regenwasser durch entsprechende Maßnahmen zurückgehalten. (siehe dazu auch Kapitel Klimaschutz und Klimaanpassung)

Deine Idee: Registrierung, Kennzeichnung und Kastration streunender Katzen

Deine Idee: Tauben-Management nach Augsburger Vorbild

Die Stadtbäume sind uns ein wichtiges Anliegen. Wir setzen uns dafür ein, dass leere Baumscheiben umgehend mit geeigneten Bäumen bepflanzt werden. Darüber hinaus sollen zahlreiche Straßenbäume neu gepflanzt werden.

Deine Idee: Entsiegelung und Verbreiterung von Baumscheiben

Viele Baumscheiben sind zu klein, etwa in der Friedrichstraße oder der Luitpoldstraße. So können die Bäume auf Dauer nicht überleben und den Menschen in Bamberg weder Kühle noch Schatten spenden. Wir wollen deshalb die Baumscheiben von möglichst vielen Stadtbäumen erweitern und, wo möglich, zu
Baumstreifen verbinden. Neue Baumscheiben müssen ausreichend groß geplant werden.

Lavasteine oder Ähnliches haben in Grünflächen nichts zu suchen. Beispielsweise sollen die Lavasteine an der Promenade entfernt und die Baumscheiben stattdessen naturnah gestaltet werden, etwa mit robusten und pflegeleichten Wildkräutern.

Wir wollen außerdem, dass die Freilegung und Renaturierung von verrohrten Bächen und Gräben im Stadtgebiet geprüft wird, um mehr offen fließende Gewässer zu schaffen, was sich positiv auf das Mikroklima und die Artenvielfalt auswirken wird.

Die Landschaftsplanung soll in der Stadtentwicklungspolitik den gleichen Stellenwert erhalten wie die Bebauungsplanung. Wir wollen, dass sich die Stadt in Überschwemmungsgebieten, etwa in den Buger Wiesen oder im Main-Regnitz-Dreieck, für eine Rückführung von Äckern zu Wiesen einsetzt.

Wir wollen, dass zehn Prozent des städtischen Waldes aus der wirtschaftlichen Nutzung genommen und so zum Naturwald werden.

Der Hauptsmoorwald nimmt in Bezug auf Naturhaushalt, Stadtklima und Erholung eine zentrale Stellung für Bamberg ein. Wir wollen diesen in seiner Gesamtheit erhalten. Die Stadt muss ihre Bemühungen, die Flächen zu erwerben unbedingt fortsetzen.

Außerdem wollen wir in einem ersten Schritt die Naturflächen weitgehend sichern. Die Flächen im Umfeld von Schießplatz und auf dem MUNA-Gelände sollen durch das zuständige Landratsamt weitgehend als Bannwald ausgewiesen werden.

Besondere Verantwortung trägt Bamberg für verschiedene Großkäferarten, die an den alten Bäumen des Hains vorkommen. So hat der Heldbock einen von nur ganz wenigen Fundorten in ganz Bayern im Bamberger Hain. Bei der Pflege des Hains muss dem Erhalt der Großkäferarten absolute Priorität eingeräumt werden.

Wir wollen dafür sorgen, dass der Biotopflächenanteil im Stadtgebiet von mindestens 13 Prozent erhalten bleibt und auf einen Anteil von bis zu 20 Prozent erweitert wird. Alle Eingriffe in Natur und Landschaft im Stadtgebiet sollen unmittelbar mit der Schaffung von Ersatzflächen im Stadtgebiet ausgeglichen werden.

Die für Bamberg typischen Sandlebensräume kommen derzeit nur noch in Restflächen vor und müssen als artenreiche Biotope unbedingt erhalten bleiben. Deshalb wollen wir, dass das bestehende kleine Naturschutzgebiet auf der MUNA nach Norden bis zur Geisfelder Straße erweitert wird und die Sandlebensräume auf dem ehemaligen Schießplatz als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden.

Die Nutzung durch Flugbetrieb und Schießübungen wird hiervon nicht beeinträchtigt. Als großen Erfolg für den Naturschutz können wir die Ausweisung des Flugplatzes Breitenau als Naturschutzgebiet feiern.

Über das Projekt Mitmachklima wurden in Kooperation von Stadt und BUND
Naturschutz
Patenschaften für Baumscheiben umgesetzt. Dieses wollen wir ausbauen und weiterentwickeln. Das Konzept kann auf weitere kleine Grünflächen, ganz oder in Teilen, ausgeweitet werden. So können die Menschen ihr unmittelbares Umfeld grün mitgestalten, mitpflegen und sowohl das Mikroklima, die Artenvielfalt als auch die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum verbessern.

Die Verschotterung und Versteinerung von Vorgärten bei Firmengebäuden und Wohnhäusern macht jede Artenvielfalt zunichte und verstärkt die Erhitzung der Stadt. In jedem zukünftig verabschiedeten Bebauungsplan muss festgelegt werden, dass nicht baulich genutzte Freiflächen von Baugrundstücken als unversiegelte Vegetationsflächen gärtnerisch anzulegen sind (siehe dazu auch Kapitel Klimaschutz und Klimaanpassung). Demnach sollen Kies-, Schotter und ähnliche Materialschüttungen sowie nicht durchwurzelbare Folien nicht mehr zulässig sein. Falls mildere Maßnahmen zur Erreichung des Ziels nicht
substantiell die gleiche Wirksamkeit entfalten sollten, möchten wir, dass der Erlass eines Verbots von solchen Schottergärten geprüft wird.

In Zeiten des rasanten Klimawandels und extremer Hitzeperioden müssen Grünflächen und Stadtbäume zukunftsfähig gemacht werden. Wir fordern die Entwicklung eines Pflegekonzepts, sodass mit angepassten Pflegemaßnahmen auf diese Entwicklungen reagiert werden kann und Verluste möglichst gering gehalten werden.

Wir wollen das städtische Grün nutzbar machen für die Menschen in Bamberg. Nach dem Motto Pflücken erlaubt statt Betreten verboten sollen ausgewählte Grünflächen in den Stadtteilen mit Obst- und Gemüsepflanzen und Kräutern bepflanzt werden. Alle Menschen der Stadt dürfen sich daran bedienen. Wir wollen durch Gemeinschaftsaktionen zur Pflege Groß und Klein zusammenbringen. Dies schafft Wertschätzung und den Nutzen für den regionalen Anbau.

Wir fördern Initiativen, welche die Menschen in Bamberg aktiv einbeziehen. Projekte zur Luft- und Wasserqualität, naturnahe Grünpflege und Bildungsangebote zu Umwelt- und Gesundheitsthemen sind einige von vielen Ideen.. Mitmachen, mitgestalten, Verantwortung übernehmen ist unser Ansatz für einen lebendigen, nachhaltigen und gesunden Stadtraum.

Wir wollen ein ökologisches Grünflächenmanagement auf allen Grünflächen etablieren. Das heißt, dass keine übertriebene Pflege von Grünland, Rasenflächen und -streifen betrieben werden soll. Wir fordern, dass entlang von Straßen prinzipiell höchstens ein bis zu zwei Mal pro Jahr gemäht wird, sofern diesem Vorhaben die Verkehrssicherheit oder eine intensive Erholungsnutzung nicht entgegenstehen. Als Folge werden sich artenreiche Wiesen und wertvolle Lebensräume für Mensch und Natur in Bamberg entwickeln. Wir begrüßen Wildnisflächen in der Stadt, sogenannte Urbane Wildnis, die sich ohne weitere
Pflege frei entwickeln darf.

Wir wollen das Grün in der Stadt schützen und ausbauen. Dabei sollen die vorhandenen 13 Prozent Biotopfläche erhalten und nach und nach schrittweise auf 20 Prozent ausgebaut werden. Wir setzen uns dafür ein, dass zehn Prozent Naturwald ausgewiesen werden. Bei Neubaugebieten fordern wir einen
Grünflächenanteil zwischen 20 und 30 Prozent und bei Dachbegrünungen 50 Prozent. Die Flächenversiegelung soll möglichst gestoppt werden. Zudem setzen wir uns für eine Entsiegelung von versiegelten Flächen ein (siehe dazu auch Kapitel Stadtentwicklung LINK). Bamberg soll zur pestizidfreien Stadt werden. Der MUNA-Wald soll als Waldschutzgebiet und der Schießplatz als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden. Wir setzen uns für eine sofortige und konsequente Umsetzung
der vom Stadtrat beschlossenen Bamberger Strategie für biologische Vielfalt ein.

Wir wollen Entscheidungen in Umweltfragen weiterhin auf solide wissenschaftliche Grundlagen stützen. Die Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten, wie Forschungszentren, Universitäten und weiteren nationalen wie internationalen Kooperationspartnern ist dafür entscheidend. Nur so können wir die Auswirkungen von Umweltveränderungen auf die Natur und die Gesundheit zuverlässig verstehen
und hiervon ausgehend gezielt handeln. Forschungsergebnisse sollen frühzeitig in politische Entscheidungen einfließen, um präventiv Maßnahmen ergreifen zu können, die langfristig Mensch und Natur schützen.

Wir setzen auf klare Richtlinien für Umweltschutzmaßnahmen und deren kontinuierliche Überprüfung. Dies gilt sowohl für kommunale Flächen und städtische Gebäude als auch für Projekte, die von privaten und gewerblichen Partnern umgesetzt werden. Nur verbindliche Standards und regelmäßige Evaluation
sichern den langfristigen Erfolg von Klima-, Umwelt- und Gesundheitsschutz für ein zukunftsfähiges Bamberg.

Außerdem soll der Einsatz von Salz beim Winterdienst auf Gehwegen nur in absoluten Ausnahmefällen möglich sein. Das bestimmt zwar schon heute die geltende Ortssatzung, aber die Einhaltung wird von der Stadt kaum überprüft. Das Salz gefährdet nicht nur Tierpfoten und Hauswände, sondern auch Straßengrün und Grundwasser. All dies gilt es zu schützen. Wir setzen uns dafür ein, dass die Einhaltung der Satzung konsequent geprüft wird.