Müll ist ein Thema, das uns alle betrifft und nahezu allgegenwärtig ist. Die Stadt soll zu diesem Thema informieren, aufklären und durch Kampagnen das allgemeine Bewusstsein hierfür schärfen. Neben einem saubereren Bamberg können damit auch die Kosten für Stadtreinigung und Müllbeseitigung reduziert werden. Die hierdurch frei werdenden Gelder können anderweitig nützlich verwendet werden. Die Menschen in Bamberg sollen darüber hinaus mehr in die Pflicht genommen werden und selbst zu einer sauberen Stadt beitragen. Wir setzen uns für Müllvermeidung und eine häufigere Leerung des Papiermülls ein. Zudem wollen wir Müll im öffentlichen Raum insgesamt reduzieren. Für all diese Problematiken wollen wir eine Sensibilisierung bei den Menschen vorantreiben. Wir wollen erreichen, dass wir künftig mehr über Kreislaufwirtschaft reden können, als über Müll reden zu müssen.
Ein grünes und zukunftsfähiges Bamberg muss konsequenten Einsatz gegen Müll im öffentlichen Raum zeigen. Wir setzen uns dafür ein, in Maßnahmen zur Müllvermeidung zu investieren und die progressive Verwendung von Mehrwegverpackungen zu fördern. Orte mit hoher öffentlicher Besucherfrequenz wie
Flussufer oder Parks werden häufig von achtlos weggeworfenem Müll oder Zigarettenkippen verschmutzt. Wir möchten eine Erhöhung der Kapazitäten für Entsorgungsmöglichkeiten in der Stadt Bamberg und wollen diese mit Hinweisschildern zum besseren Auffinden versehen und bei illegaler Müllentsorgung (zum Beispiel Zigarettenkippen) die Bußgeldsatzung anwenden.
Die Stadt soll zudem eine langfristige Kampagne zu den Schwerpunkten Müllvermeidung, Zigarettenkippen, Mehrwegverpackungen, Hundekot und Entsorgung über Mülleimer starten. Alle Menschen sind vom Thema Müll betroffen. Deswegen müssen wir uns hierbei selbst stärker in die Pflicht nehmen.
Um nicht nur analog, sondern auch digital wirksam zu sein, sollen in einer attraktiven Bamberg-App Informationen leicht verständlich und übersichtlich, etwa zur Mülltrennung oder zur Leerung der verschiedenen Tonnen, barrierefrei zugänglich sein. Damit verbunden ist auch ein digitaler Reparaturführer für die Region, der alle Reparaturwerkstätten sowie Selbsthilfeprojekte auflistet. Die Stadt unterstützt ihre Stadtteile und ihr Quartiersmanagement in der Einrichtung von Repair Cafés, Tauschbörsen und Leihzentralen.
Die bayerische CSU/FW-Staatsregierung verbietet den Kommunen die Einführung einer Verpackungsabgabe nach dem Tübinger Modell. Wir setzen uns weiterhin dafür ein, dasseine solche Verpackungsabgabe zur Müllvermeidung für die Kommunen ermöglicht und in Bamberg eingeführt wird.
Wir setzen uns für einen neuen Leerungsrhythmus der Papiertonne ein. In Zeiten eines stark genutzten Online-Versandhandels führt eine unzureichende Leerung zu Frust bei den Menschen in Bamberg. Daher setzen wir uns für einen höheren, mindestens dreiwöchigen, Leerungszyklus ein. Diese Maßnahme wird helfen, eine sachgerechte Mülltrennung zu gewährleisten, die Bewohnenden der Stadt zu entlasten und die Attraktivität unserer Stadt zu erhöhen.
Langfristig sollen, vorbehaltlich der rechtlichen Umsetzbarkeit, die gelben Säcke durch die Wertstofftonne für jegliches Plastik sowie Metall ersetzt werden. In Ausnahmefällen, etwa bei Wohnhäusern, bei denen eine zusätzliche Tonne nachweislich nicht zumutbar ist, sollen weiterhin Gelbe Säcke verwendbar sein dürfen.
Die Anzahl verwendeter und entsorgter Elektrogeräte nimmt weiter zu. Die Recyclingquote ist seit Jahren rückläufig. Wir werden weiterhin prüfen, welche kommunalen Maßnahmen, wie dezentrale Elektroschrottcontainer, effektiv zu einer Verbesserung der Versorgungsinfrastruktur beitragen können.
Die Wertstoffsammlung auf dem Recyclinghof wollen wir durch hilfreiche Piktogramme und Symbole an allen Containern und Abfallbehältern sowie durch einen Lageplan am Eingang vereinfachen. Insbesondere soll auch die Öffnungszeit des Wertstoffhofs, vor allem am Wochenende, ausgeweitet werden. Zudem muss die Anbindung mit dem ÖPNV ausgebaut werden, um die Abgabe von Elektroschrott für Recyclingzwecke niederschwellig und ohne strukturelle Hindernisse zu gestalten.
Die Stadt soll außerdem den Einsatz von Sensorik in Altglas- und Elektroschrottcontainern prüfen, um diese flexibel und bedarfsgerecht zu leeren, wenn ein entsprechender Füllstand erreicht ist. Auf bestehende Erfahrungen bereits durchführender Städte soll für die Umsetzung in Bamberg zurückgegriffen werden.
